

Alvar Aalto
Hugo Alvar Henrik Aalto wurde 1898 im kleinen Dorf Kuortane im Westen Finnlands geboren und war das älteste von vier Kindern. Seine Eltern waren gebildet und legten großen Wert auf Ausbildung. Als Alvar fünf Jahre alt war, zog die Familie in die größere Stadt Jyväskylä, wo er das örtliche Gymnasium besuchte. Im Frühjahr 1916 schloss er die Schule ab. Da sein Wunsch, Architekt zu werden, bereits früh feststand, zog er anschließend nach Helsinki, um dort Architektur zu studieren.
Seine frühen Jahre waren jedoch auch von Herausforderungen geprägt. 1917 erlangte Finnland die Unabhängigkeit von Russland, was das Land in einen Bürgerkrieg führte. Auch Aalto nahm an den Kämpfen teil, kehrte jedoch bald zu seinem Studium zurück und schloss dieses 1921 erfolgreich ab.
Seine Karriere als Architekt begann nahezu unmittelbar danach. Nach seiner Rückkehr nach Jyväskylä erhielt er schnell zahlreiche Aufträge und begann, sich in der Welt des Designs und der Architektur einen Namen zu machen.
Die frühe architektonische Laufbahn von Alvar Aalto war zunächst vom nordischen Klassizismus geprägt. Seinen internationalen Durchbruch erzielte er jedoch während seiner funktionalistischen Phase. Mit seinem konsequent nutzerorientierten Ansatz und dem Fokus auf Funktionalität und Alltagstauglichkeit prägte Aalto die Architektur- und Designwelt nachhaltig.
Viele der bekanntesten Werke von Alvar Aalto sind öffentliche Gebäude und sein Unternehmen wurde mit Bauprojekten auf der ganzen Welt beauftragt. In der Designwelt ist Alvar Aalto jedoch vor allem für seine Arbeiten im kleineren Maßstab bekannt – insbesondere für Möbel und natürlich die weltberühmte Aalto Vase.
Alvar Aalto gilt als eine der zentralen Figuren des skandinavischen Designs. Sein Gestaltungsansatz war organisch und orientierte sich an der menschlichen Form. Im Mittelpunkt stand dabei stets die Funktionalität.

Die Alvar Aalto-Vase wurde zu einer Ikone in der Welt des Skandinavischen Designs.
Aalto wird häufig als Begründer des organischen Designs bezeichnet. Seine Kollektionen haben das skandinavische Design der Nachkriegszeit maßgeblich beeinflusst.
Eines der prägendsten Prinzipien von Alvar Aalto war sein ganzheitlicher Designansatz. Für ihn war jedes Gebäude ein Gesamtkunstwerk, in dem Architektur, Interieur, Möbel und Details harmonisch zusammenspielten. Dieselbe Philosophie spiegelt sich auch in seinen Objekten wider – allen voran in der berühmten Aalto Vase.
Ursprünglich für das Restaurant Savoy entworfen, war die Vase zunächst als Savoy Vase bekannt. Für Alvar Aalto war sie weit mehr als ein funktionaler Gebrauchsgegenstand – vielmehr verstand er sie als skulpturales Objekt mit vielseitigen Einsatzmöglichkeiten. Bereits die ersten Skizzen zogen große Aufmerksamkeit auf sich und als das Design 1937 auf der Weltausstellung in Paris präsentiert wurde, war ein moderner Klassiker geboren.
Nun wird das ikonische Design 90 Jahre nach seiner Entstehung mit einer besonderen Jubiläumsausgabe der Aalto Vase gefeiert – eine Hommage an ein zeitloses Objekt, das bis heute nichts von seiner Aktualität verloren hat.
Hier finden Sie mehr aus der Alvar-Aalto-Kollektion.
Die fließenden Linien der Vase haben zu vielen Interpretationen geführt. Einige sehen in ihnen eine Anspielung auf die Seenlandschaften Finnlands, andere vermuten aufgrund des ursprünglichen Skizzentitels „The Eskimo Woman’s Leather Breeches“, dass ein Kleidungsstück als Inspiration diente.
Was auch immer den geschwungenen, organischen Formen der Aalto-Kollektion zugrunde liegt – sie begeistern bis heute Liebhaber skandinavischen Designs auf der ganzen Welt. Das skulpturale Glasobjekt ist zugleich eine beeindruckende handwerkliche Leistung. Noch heute sind sieben Glasbläser von Iittala, zwölf verschiedene Arbeitsschritte und mehr als 30 Stunden Arbeit erforderlich, um eine einzige Vase herzustellen.
Für Alvar Aalto machten vier Wände allein noch kein Zuhause aus. Auch aus architektonischer Sicht war sein Werk erst mit sorgfältig ausgewählten Möbeln und hochwertiger Handwerkskunst vollständig. Seine ikonischen Entwürfe sind bis heute ein fester Bestandteil dessen, was ein Zuhause besonders macht.
Fotos: Angeliqa Daldorph, Elof Martinsson, Iittala
