Versandkostenfrei über 49€
Lieferung in 2-4 Werktagen


Verner Panton wurde 1926 auf der dänischen Insel Fünen geboren und zeigte früh ein Interesse an Design und Architektur. Er studierte an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen und schloss sein Studium 1951 ab. Kurz darauf arbeitete er im Architekturbüro von Arne Jacobsen, einem der einflussreichsten Modernisten Dänemarks.
Schon bald verspürte Panton jedoch den Drang, seinen eigenen Weg zu gehen. In den frühen 1950er-Jahren gründete er sein eigenes Studio – angetrieben von Neugier und dem Wunsch, neue Materialien, neue Formen und neue Wohnkonzepte zu erforschen. Während sich das skandinavische Design jener Zeit vor allem durch Zurückhaltung und natürliche Materialien auszeichnete, setzte Panton auf starken Ausdruck und technologische Innovation.
Von Anfang an stellte Panton die Frage, wie Möbel aussehen und funktionieren sollten. Er war fasziniert von den Möglichkeiten von Polymer – einem Material, das damals noch als relativ neu galt. Es erlaubte frei geformte Designs und eine Produktion in leuchtenden Farben. Zu einer Zeit, in der Polymer als unkonventionell angesehen wurde, erkannte Panton darin ein Werkzeug kreativer Freiheit.
Diese Vision mündete in einem der ikonischsten Designs des 20. Jahrhunderts: dem Panton Chair. Über viele Jahre entwickelt und Ende der 1960er-Jahre schließlich in Produktion gebracht, wurde er zum weltweit ersten Stuhl aus einem einzigen Stück formgegossenen Polymers. Mit seiner fließenden Silhouette und der kräftigen Farbpalette fing er den Geist einer neuen Ära ein und sicherte Panton seinen festen Platz in der Designgeschichte.

Photo: Pernille Klemp – Danish Design Museum
Auch wenn der Panton Chair oft als Verner Pantons bekanntestes Werk gilt, entdeckt eine neue Generation von Designliebhabern zunehmend weitere Teile seines Möbelerbes neu. Entwürfe wie das Regalsystem Panton Wire oder das modulare Sofa Pantonova erfreuen sich wachsender Beliebtheit – geschätzt für ihre klare Formensprache, ihr modulares Denken und ihren ausdrucksstarken, zugleich überraschend vielseitigen Charakter.
Das Panton Wire System, ursprünglich in den frühen 1970er-Jahren entworfen, spiegelt Pantons Faszination für Wiederholung, Rhythmus und industrielle Materialien wider. Die gitterartige Stahlstruktur wirkt grafisch und architektonisch zugleich und vereint Leichtigkeit mit Stabilität. Heute fügt sich das System mühelos in moderne Wohnkonzepte ein, in denen offene Regale und Flexibilität gefragt sind – ein Beweis dafür, wie weit Panton seiner Zeit voraus war.
Ebenso aktuell ist das modulare Sitzsystem Pantonova. Es wurde so konzipiert, dass es sich neu kombinieren und erweitern lässt – ein früher Vorgriff auf das heutige Bedürfnis nach Möbeln, die sich wandelnden Lebenssituationen anpassen.
Gemeinsam zeigen diese Designs einen zentralen Aspekt von Pantons Arbeit: seine Fähigkeit, systemisch zu denken. Er entwarf Möbel nicht als isolierte Objekte, sondern als Teil einer größeren, dynamischen Wohnumgebung. Ihre heutige Beliebtheit speist sich nicht aus Nostalgie, sondern aus ihrer erstaunlichen Aktualität.
Möbel waren nur ein Teil von Pantons kreativem Universum. Er war überzeugt, dass Design als Ganzes erlebt werden sollte und arbeitete häufig gleichzeitig an Innenräumen, Beleuchtung und Architektur. Seine ambitioniertesten Projekte waren vollständige Raumkonzepte, in denen jede Oberfläche eine Rolle spielte.
Dieser Ansatz fand seinen Höhepunkt in den Visiona-Ausstellungen für die Kölner Möbelmesse 1968 und 1970. Die immersiven Installationen mit geschwungenen Wänden, satten Farben und eigens entworfenen Möbeln entführten Besucher in traumähnliche Welten, in denen die Grenzen zwischen Kunst, Design und Alltag verschwammen.
Ein weiteres Schlüsselprojekt war die Innenraumgestaltung des Spiegel-Verlagshauses in Hamburg, in der Farbe, Form und Funktion zu einem ausdrucksstarken Gesamtbild verschmolzen.
Für Panton war Farbe niemals Nebensache. Sie war ein zentrales Gestaltungsmittel, das Stimmung, Wahrnehmung und Bewegung beeinflussen konnte. Oft arbeitete er mit monochromen Räumen, in denen ein einzelner Farbton den gesamten Raum bestimmte und ein intensives sinnliches Erlebnis schuf.
Seine Leuchten spiegeln diese Haltung eindrucksvoll wider. Modelle wie Flowerpot oder Panthella verbinden weiche, organische Formen mit spielerischen Farben und vereinen skulpturale Präsenz mit Alltagstauglichkeit. Sie zählen heute zu den zeitlosen Klassikern und wirken auch Jahrzehnte nach ihrer Entstehung frisch und modern.
Im Laufe seiner Karriere arbeitete Verner Panton mit internationalen Herstellern zusammen, erhielt zahlreiche Auszeichnungen und stellte seine Arbeiten weltweit aus. Auch in seinen späteren Jahren blieb er experimentierfreudig und neugierig, bis zu seinem Tod im Jahr 1998.
Viele seiner Entwürfe werden bis heute produziert und gefeiert. Pantons Werk inspiriert weiterhin Designer, Architekten und Kreative über Generationen hinweg.
In einer Zeit, in der Farbe, Ausdruck und Individualität wieder stärker in den Fokus rücken, wirkt Verner Pantons Arbeit aktueller denn je. Er zeigte, dass Design verspielt, mutig und emotional sein kann, ohne dabei an Funktionalität zu verlieren. Hundert Jahre später lebt sein Vermächtnis in Räumen weiter, die Freude am Experiment zeigen, in Objekten, die Konventionen hinterfragen und in der Überzeugung, dass Design mit allen Sinnen erlebt werden sollte.
Lesen Sie hier weiter:
Photo: Ardijan Mahmutaj, Pernille Klemp, Danish design museum, Verner Panton design AG, &Tradition, Montana
